Trierer Münzschatzfund

Jahrtausendfund soll erstmals komplett gezeigt werden !

Um das Jahr 196 n.Chr. in Panik vergraben, wurde der Trierer Goldschatz 1993 gefunden

Der größte römische Goldschatz wird komplett in Trier zu sehen sein. Er gilt als " Jahrtausendfund " und wäre bei Bauarbeiten fast übersehen worden.

Er ist aus purem Gold : Der größte römische Schatz, der je gefunden wurde, zählt 2518 Münzen und wiegt 18,5 Kilogramm.

1993 in einem Aushub für eine Tiefgarage in Trier entdeckt, wird er jetzt erstmals komplett und in ganzer Pracht ausgestellt. Und zwar vom 17. Februar 2011 an als Prunkstück des Münzkabinetts in der neuen Dauerausstellung des Rheinischen Landesmuseums in Trier.

" Die Neugier auf diesen Fund ist besonders groß ", sagt Museumsdirektor Eckart Köhne.

Und wir sind uns sicher : " Das wird ein Hingucker. "

 

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Der Trierer Goldschatz hat die Münzwelt auf den Kopf gestellt.

 " Es gab Münzen, die bis dahin als selten galten und es nun nicht mehr sind ", sagt der Trierer Numismatiker Karl - Josef Gilles.

Andere der gut sieben Gramm schweren Stücke - auf denen insgesamt 40 römische Kaiser oder deren Verwandte abgebildet sind - zeigen Porträts, die zuvor völlig unbekannt waren. Etwa Goldmünzen mit dem Konterfei von Didius Julianus ( 133 - 193 ), der nur drei Monate Kaiser war.

Oder die seiner Tochter Didia Clara. " Mit diesem Schatz übertreffen wir für die Zeit von Kaiser Nero bis Marc Aurel die großen Kabinette in London und Paris ", sagt Gilles.

So spektakulär wie die Goldstücke war auch deren Entdeckung. Ein Baggerfahrer hatte, ohne es zu merken, das Bronzegefäß mit dem Schatz auseinandergerissen und einen Teil der Münzen mit der Erde weggefahren.

Am Abend machte sich ein Münzsucher mit Metalldetektor ans Werk - und stieß erst auf das Unterteil des Gefäßes mit 560, dann auf einen " Klumpen " mit 1500 Goldmünzen.

In einem Eimer und in einer Plastiktüte verpackt brachte er seinen Fund dann am nächsten Tag ins Museum. " Ein beruflicher Lottogewinn für mich ", sagt Gilles. Quelle dpa


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Die restlichen Münzen, die mit dem Aushub an anderer Stelle lagen, waren von anderen " Suchern " geborgen worden. "Einer hat in der Nacht davon sogar sieben für Bier ausgegeben", erzählt Gilles. Nach zwei Wochen waren fast alle Münzen wieder beisammen. " 100 bis 200 fehlen ", meint Gilles, der den Schatz hinter sicheren Panzertüren im Museum aufbewahrt.

Im Jahr 196 n.Chr. im Keller vergraben

Aufregend muss auch der Moment gewesen sein, als der Besitzer der Münzen seinen Schatz um das Jahr 196 im Keller seiner Villa vergrub. Er hatte offensichtlich Panik vor den anrückenden Truppen - herrschte doch Krieg zwischen Kaiser Septimius Severus und Gegenkaiser Clodius Albinus. " Der Besitzer stand auf der Seite des Verlierers ", sagte Gilles, der glaubt, dass es sich bei dem Römer um einen Vertrauten von Clodius Albinus handelte, der dessen Kasse verwaltete

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In den Jahren nach dem Fund waren ein Teil des Goldschatzes im Landesmuseum zu sehen. Aber erst jetzt ist die wissenschaftliche Arbeit abgeschlossen, so dass der Schatz komplett gezeigt und auch " publiziert " werden kann. " Mein Manuskript soll im März stehen ", sagt Gilles. In dem 500 bis 600 Seiten dicken Katalog hat er alle seine neuen Erkenntnisse zusammengetragen.

So kann er jetzt etwa erklären, warum Münzen aus der Zeit von Kaiser Domitian kaum, die von Nero und Vespasian aber häufig erhalten sind : " Die Münzen unter Domitian waren 0,30 Gramm schwerer und wurden deshalb rasch zu neuen Münzen eingeschmolzen ", sagt der 60 - Jährige. Zudem hat er herausgefunden, dass Münzbesitzer ihre Stücke gerne markierten, um sie später wiederzuerkennen. " Diese Unsitte ist dann aber Anfang des zweiten Jahrhunderts verboten worden " - denn da hören die Markierungen im Schatz " schlagartig " auf.

www.landesmuseum-trier.de


Wir machen die Metallortung und Hohlraumsuche nicht anders . . . wir machen sie besser !